Von Gipfelstürmern und Tiefseetauchern: Die Gewinner des IBYKUS-Fotowettbewerbs im Portrait

Erfurt. Die zahlreichen Einsendungen unserer Mitarbeiter nahmen uns mit auf eine Reise zu den schönsten, aber auch ungewöhnlichsten Flecken der Erde. Letztendlich konnten sich Thomas Ley und Robert Hartwig über die meisten Stimmen freuen. Ihre Aufnahmen wurden professionell umgesetzt und verschönern fortan die IBYKUS-Cafeteria sowie das Treppenhaus in Haus 2.

Dabei könnten die Motive und ihre Urheber nicht gegensätzlicher sein – während es den einen auf die höchsten Gipfel der Erde zieht, erforscht der andere mit Vorliebe Unterwasserwelten. Dies haben wir zum Anlass genommen, um mit den beiden näher über ihr kreatives Hobby zu sprechen:

Robert, deine Bergpanoramen sind beeindruckend. Wo genau sind diese entstanden?
Alle Aufnahmen stammen von meinen ersten Hochtouren [Anm. d. Red.: Bergtouren mit Schnee und Eis, ab 3.000 Höhenmetern], u.a. der Allalinhorn-Gipfel von 2013. Die Fotos vom Steingletscher und dem Südgrat der Weissmies habe ich 2014 aufgenommen.

Wie lange bist du schon als Hobbyfotograf unterwegs und auf welches Equipment schwörst du?
Meine erste Spiegelreflex-Kamera habe ich mir 2006 zugelegt – eine Pentax K100. Aktuell benutze ich eine Pentax K5, mit viel zu vielen Objektiven, die ich leider zu selten nutze.
In den Bergen setze ich eher auf eine kompakte Sony RX100. Derzeit ruht das Hobby jedoch, da ich mich lieber auf das Bergsteigen konzentriere als auf DIE perfekte Aufnahme.

Robert Hartwig auf dem Montblanc

Mal abgesehen von den Bergen – welche Motive bevorzugst du noch?
Am liebsten fotografiere ich tatsächlich Landschaften jeglicher Art. Daneben interessiere ich mich für besondere architektonische Objekte und Stillleben.

An welche Reiseziele dich dein Hobby bereits geführt?
Meine mit Abstand eindrucksvollste Reise führte mich in die argentinischen Anden. Dort habe ich den höchsten Berg der gesamten Südhalbkugel – den Aconcagua – erklommen. Ansonsten zieht es mich immer wieder in die Alpen. Ich erkunde aber ebenso gern europäische Hauptstädte wie Lissabon, Zagreb, Sevilla, Kopenhagen, Stockholm und, erst kürzlich, Brüssel.

Wohin soll es als nächstes gehen?
Mein größter Traum ist Peru – die Cordillera Blanca in den Anden. Diese ist die zweithöchste Bergkette der Welt und für einen Bergenthusiasten und Kletterer wie mich, ein absolutes MUSS. Dort gibt es wahre Bilderbuchberge, wie den Alpamayo und den Artesonraju.

Wo kann man deine Werke sonst noch bestaunen?
In der Kletterhalle Weimar hängt meine IBYKUS-Auswahl ebenso.

 

Von den Bergen weiter zu den fünf Weltmeeren…

 

Thomas, was kannst du uns zu deinen Siegermotiven sagen?
Das Foto des Bullenhais ist auf den Fidschi-Inseln entstanden, genauer gesagt am Tauchspot „Bistro“ [Anm. d. Red.: Ja, hier werden Haie „gefüttert“]. Natürlich war hier auch etwas Nervenkitzel dabei, da zehn Haie zwischen uns schwammen – und das ganz ohne einen schützenden Käfig.
Dem Buckelwal begegnete ich während derselben Reise, allerdings in Tonga. Dort ziehen die Wale ihre Jungtiere auf, bevor sie in Richtung Südpol ziehen. Beide Bilder habe ich aus nächster Nähe aufgenommen, natürlich immer in Begleitung von erfahrenen Guides.
Im Rahmen einer 9-tägigen Tauchreise zu den Azoren gelang es mir am letzten Urlaubstag und glücklicherweise bei bestem Wetter, den Pottwal zu fotografieren. Vier Stunden lang ließ sich dieser das Fotoshooting gefallen, sodass über 700 Aufnahmen entstanden sind.

Wie lange bist du schon als Hobbyfotograf unterwegs und welche exotischen Reiseziele hast du bereits erkundet?
Ich tauche seit 29 Jahren und habe vor ca. 18 Jahren meine erste Fotoreise unternommen. Seit 12 Jahren zieht mich dieses Hobby zu den entlegensten Gegenden der Erde, u.a. nach Alaska und zum Bikini-Atoll. Die Schiffswracks dort zählen mit Abstand zu meinen beeindruckendsten Unterwasser-Erlebnissen. Außerdem war ich in Truk [Anm. d. Red.: Auch bekannt als Chuuk Atoll], in der Karibik, in Kenia, in Indonesien und am Mittelmeer. Allerdings bin auch den deutschen Seen gegenüber nicht abgeneigt.

Wohin führt dich deine nächste Reise?
Auf meiner Bucket-List stehen noch die Cenoten/Mexiko. Außerdem möchte ich unbedingt Orcas in Norwegen vor die Linse bekommen.
Die Schwierigkeit bei einigen dieser Reisen (z.B. zu den Pottwalen auf den Azoren) sind jedoch die Permits, um zu den Tieren ins Wasser zu gehen. Voraussetzung zu deren Erhalt sind meist Nachweise, dass man Unterwasserfotograf ist und bereits publiziert hat. Für die bürokratische und organisatorische Abwicklung setze ich auf spezielle Anbieter für Fotoreisen. Allein oder in kleinen Gruppen sind diese Vorhaben nicht zu stemmen.

Stichwort Publikation: Du konntest dich bereits über diverse Auszeichnungen freuen. Welche genau?
Zum 100-jährigen Jubiläum von Nikon reichte ich für mehrere Kategorien Fotos ein und belegte tatsächlich den ersten Platz in der Kategorie „Wildlife“ – mit dem Bullenhai. Zudem erreichte ich den zweiten Platz in einem Wettbewerb der GEO und nahm an weiteren Contests teil.

Welches Equipment ist für dich unverzichtbar?
Ich besitze mehrere Kameras, u.a. eine Nikon 7000, mit der die Aufnahmen vom Bullenhai und Buckelwal entstanden sind, und eine D 850, mit der ich den Pottwal fotografiert habe. Da ich mich auf Unterwasserbilder jeglicher Art spezialisiert habe, benötige ich außerdem ein Seacam-Gehäuse, einen Domport sowie diverse Blitze.

 

Vielen Dank euch beiden!
Auf das noch viele spannende und eindrucksvolle Reisen folgen werden, an denen ihr uns hoffentlich durch eure Fotos teilhaben lasst.

 

Die Siegermotive im Überblick

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Thomas @uwfoto 

Robert @bob_topp

 

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