Mentoring für Frauen: FH-Studentin wird von IBYKUS-Mitarbeiterin gefördert

Erfurt. Mentoring bedeutet, dass eine erfahrene Person (Mentor/in) ihre Erfahrung und ihr fachliches Wissen an eine weniger erfahrene Person (Mentee) weitergibt. Derzeit gibt es an der Fachhochschule Erfurt ein solches Programm für Frauen, die in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik studieren. Unsere Vertriebsbeauftragte aus der Fördermittelverwaltung Kristin Tepper (im Bild oben rechts) traf sich in einem Zeitraum von 9 Monaten regelmäßig mit Annette Roß (im Bild links), Masterstudentin für Angewandte Informatik. Beide nahmen am 20. Juni an der offiziellen Abschlussveranstaltung teil.

Mentorinnen und Mentees haben an der gemeinsamen Abschlussveranstaltung teilgenommen. Foto: FH Erfurt

Diese Abschlussveranstaltung war Anlass, um für den IBYKUS-Blog einen Gastbeitrag aus Sicht der Mentorin zu verfassen.

Zum Mentoring-Programm an der Fachhochschule Erfurt

„Ich habe mir das nicht zugetraut, aber meine Mentorin meinte, dass ich das kann“, solche und ähnliche Aussagen während der Abschlussveranstaltung verdeutlichen das Prinzip hinter dem MINT-Mentoring für Studentinnen. Es geht auf der einen Seite darum, dem Mentee ein gesundes Selbstbewusstsein für das bis jetzt Erreichte zu geben und auf der anderen Seite zu zeigen, dass man durchaus mal etwas riskieren sollte. Was kann ich vielleicht anders machen als andere, damit sich mein Lebenslauf abhebt? Daran schließt sich auch die Frage an: Was kann ich machen, um mich schon im Studium auf meine künftige Arbeitsstelle vorzubereiten?

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung durften mein Mentee Annette Roß und ich unsere Erlebnisse während des Mentorings erläutern. Dabei stand im Vordergrund, dass Annette einen Werkstudentenvertrag bei einer Erfurter Firma erwirken konnte und somit das Schreiben ihrer Master-Arbeit vergütet bekommt. Ihr Wunsch war es mit der ersten Arbeitsstelle in die Frontendentwicklung (App, Web) einzusteigen. Im Gespräch sind wir auf die Frage gestoßen: Warum nicht gleich mit der Master-Arbeit in die Wirtschaft gehen? Ich habe sie während dieses Prozesses begleitet. Wir haben darüber hinaus auch über andere Punkte wie Zeitmanagement, die Bedeutung von Netzwerken und das Thema Fragenstellen gesprochen. Aus meiner Erfahrung ist es gerade für Berufsanfänger sehr wichtig, Fragen zu stellen, denn wer sich nicht traut, kann auch nicht dazulernen. Das Mentoring ist eine gute Gelegenheit – für beide Seiten – den eigenen bisherigen Weg zu reflektieren und auch mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

Erfurt, den 23.06.2017, gez. Kristin Tepper

So gestaltet sich das Mentoring

Zu Beginn des Mentorings gab es für Mentorinnen und Mentees Hilfestellung in einem Leitfaden. Dort wurden auch Ziele und mögliche Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen, notiert. Am Ende fand eine Auswertung statt, ob die anfänglichen Ziele erreicht wurden. Die Treffen im Tandem (Mentorin, Mentee) fanden in eher lockerer Atmosphäre statt und waren selbst zu organisieren. Im Idealfall treffen sich beide einmal im Monat für 2-4 Stunden. „Und wenn die Woche doch mal voller sein sollte, ist Skype eine gute Alternative, um sich trotzdem zu treffen“, so Kristin Tepper. Ein besonderes Lob war es für unsere Mitarbeiterin, als ihr Mentee fragte, ob sie beide auch über das Mentoring-Programm hinaus in Kontakt bleiben wollen. Die Antwort war natürlich ein klares JA.

Das MINT-Mentoring-Programm wird unterstützt von der Thüringer Koordinierungsstelle Naturwissenschaft und Technik sowie durch das Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung. Frauen seien in den MINT-Studienrichtungen und Berufsbranchen noch immer stark unterrepräsentiert, heißt es auf den Seiten der Fachhochschule Erfurt.

Das Mentoring-Programm wird voraussichtlich im kommenden Jahr fortgeführt. Interessierte Studentinnen und Praxispartnerinnen finden weitere Informationen beim Koordinierungsbüro Gleichstellung und Familie.

Mentorin Kristin Tepper (Mitte) und Mentee Anette Roß (rechts) geben ein gemeinsames Interview…
…während der Abschlussveranstaltung am 20. Juni an der Fachhochschule Erfurt. Fotos: FH Erfurt

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